Zum Abschied

Auch wenn es schon etwas länger her ist, dass ich meine alte Gilde verlassen habe, wollte ich meinen Abschiedstext trotzdem auch hier nochmal posten.

Der alte Ork betritt ein letztes Mal die Hallen seiner Gilde. Unter seiner grauen Kutte erkennt man seine Hexer-Rüstung, die hohen Stachel auf seinen Schultern. Ihm folgen eine junge Troll-Jägerin und eine kleine untote Magierin. In seiner Hand hält er ein kleines Stoffbündel.
Er blickt sich um. Die Reihen haben sich gelichtet, es gibt mittlerweile einige leere Plätze. Er entfaltet das Stoffbündel. Zu erkennen ist sein Gildenwams, von den unzähligen Kämpfen gegen Drachen und andere Monster verschlissen. Er setzt an zu reden, doch er stockt und schaut hinab auf den Gildenwams in seinen Händen.
Mit leiser Stimme beginnt er: "Ich danke euch! Ich danke euch für die ruhmreiche Zeit! Doch nun ist die Zeit für einen alten Hexer und seine Gefolgschaft gekommen. Ich werde diese Hallen der Ehre und des Ruhms verlassen und wahrscheinlich nie mehr wiederkehren." Man kann eine Träne in seinem Auge sehen. Er macht keine Anstalten, sie wegzuwischen. Sein Blick hebt sich vom Gildenwams zum Gildenrat, der vor ihm sitzt. An der rechten Seite sein Sitzplatz, nun leer und verlassen. Da sitzen sie vor ihm, Hepheistos, der Schamane, Vislar, der untote Krieger – sein Schwert lehnt neben ihm am Stuhl – Grashnak, der große Taurenjäger und Deralios der Troll. Er schaut ihnen tief ins Gesicht. "Ich merke mir eure Gesichter gut, damit ich euch später wiedererkennen kann und freue mich, von euren ruhmreichen Taten zu hören!" Er reicht jedem die Hand. "Viel Glück! Lok’tar Ogar!"
Er dreht sich herum, schaut nun auf die versammelte Gilde. Neben vielen Kampfgefährten, die er, so fühlt er, schon seit Urzeiten kennt, sieht er auch einige Neue, doch sie kommen ihm immernoch fremd vor. "Ihr seid leider zu viele, zu viele, um mich von jedem Einzelnen zu verabschieden! Aber seid sicher, ihr werdet immer einen Platz in meinem Herzen haben! Egal, wohin eure Wege nun führen mögen, ich hoffe, dass sie den meinen bei Zeiten wieder kreuzen!". Er dreht sich zum Ausgang, seine beiden Begleiter folgen ihm. Plötzlich dreht er sich nochmal um. "Ach ja, solltet ihr noch etwas von dem benötigen, was wir den Trollen im Schlingdorntal genommen haben, so wisst ihr, wo ihr es findet! Ich werde es aber nicht mehr zu lange aufbewahren!". Er dreht sich wieder weg, zieht seine Kapuze über den Kopf und verlässt die Hallen der Inhuman Knightz!

Der letzte Amoklauf (der Politiker)

Ich will zu dem Thema eigentlich gar nicht groß was eigenes schreiben. Der gute jwm von cstrike.de nimmt mir quasi die Worte aus dem Mund:

„Unser Mitgefühl gilt natürlich den Opfern, von denen glücklicherweise keines schwer verletzt ist.

Und egal, welche Motivlage zu Grunde liegt, die Tat ist zutiefst verabscheuungswürdig – PUNKT!

Einen gründlicheren Bericht über die Vorgänge und die möglichen Hintergründe gibt es auf SPON.

Ansonsten wird in den meisten anderen Medien wie immer nicht nach anderen Ursachen gesucht (zugegeben, der Arschlochfaktor des Täters reicht eigentlich aus), da sich doch die Spiele trefflich als Ursache eignen.

Wie Dragono ausgrub, geht auch prompt das Verbotsfordern und Nachdenken-weglassen los.

Da sagt der Innenminister von NRW, Herr Wolf:

Die furchtbare Tat zeigt dass wir mehr gegen Gewalt in unserer Gesellschaft unternehmen müssen..

Da hat er Recht. Wenn ich dann allerdings den Meldungen entnehme, dass der Täter für seine Aggressionen BEKANNT war und wegen Verstoß gegen das Waffengesetz angeklagt war – und man all so etwas bei einem Einzelgänger ignoriert – dann muss man sich nicht wirklich wundern, wenn solch eine Zeitbombe irgendwann durchtickt.

Wenn also diesen Lippenbekenntnissen anstelle populistischer Forderungen einfach mal Taten – auch in Form von mehr Sozialarbeit – folgen würden, dann könnte sich zukünftig vielleicht etwas ändern.

Dazu wäre es auch notwendig, sich endlich einmal ernsthaft mit den Gründen für gestiegene Gewalt auseinander zu setzen – und nicht immer nur Kriminologen und Psychiater zu Wort kommen zu lassen.

Ein kaputtgesparter Jugendbereich, desolate Schulen, Jugendarbeitslosigkeit, ein „stehendes Heer“ von knapp 4 Millionen Arbeitslosen, Rechtsfreie Räume, populistische Politiker, fehlende Antworten und Lösungen auf den Gemeinschaftsverfall „Familie“, Erziehungsunfähigkeit (fast 50% der Eltern fühlen sich überfordert), Desinteresse der Eltern und der Umgebung – das sind nur ein winziger Teil der Gründe.

Aber die zu bearbeiten ist nicht Medienwirksam. Und auch nicht einfach zu vermitteln. Wieviel einfacher ist da das Geschrei, dass an der Gewalt Computerspiele schuld sind. Das kann jeder Depp nachvollziehen, dafür muss man nichts erklären.
Denn anders ist es ja viel zu kompliziert!

Ich möchte es einmal ganz drastisch formulieren: die üblichen Verdächtigen wie Pfeiffer und Konsorten sind mit Schuld an der Gewalt, weil sie durch ihre Nebelkerzen erfolgreich verhindern, dass dieses Thema kompetent und durchdacht angegangen wird.“

Quelle: cstrike.de

Ach ja, und wie man mal wieder sieht, wird viel gehandelt, wo doch nachdenken besser gewesen wäre. Liebe Politiker, Zocker sind keine Randgruppe mehr, die man sich mal eben als Buhmann aussuchen kann. Aber ich dachte, diese Vorgehensweise wäre nach dem zweiten Weltkrieg in Deutschland eigentlich aufgegeben worden. Naja, Personen wie Ruth Moschner und Sky du Mont werden wahrscheinlich bald mit Fussbällen oder Segelschiffen Amok laufen.

Wobei: Ist eigentlich ein Boom in der Maurer-Ausbildung zu verzeichnen gewesen, als Tetris brandaktuell war?